Gretzenbach: Einsturz der Tiefgarage war vorhersehbar

10. November 2008 | Von Moderator | Kategorie: Brände

Am 27. November 2004 brach bei einem Brand in einer Tiefgarage in Gretzenbach SO die Decke ein und begrub sieben Feuerwehrleute unter sich. Sie konnten nur noch Tot geborgen werden. Nun hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben, weil der Einsturz der Decke vorhersehbar war.

Die Anklage richtet sich an sechs Personen. Es handelt sich um einen Ingenieur und dessen Vorgesetzten, um den Bauleiter und seinen Vorgesetzten sowie um die beiden Bauherren. Ihnen wird vorgeworfen, dass Sie beim Bau der Einstellhalle im Jahr 1989 in Gretzenbach anerkannte Regeln der Baukunde missachtet haben. Gemäss Staatsanwaltschaft war «für einen durchschnittlich gebildeten und befähigten Baufachmann» vorhersehbar gewesen, dass die Erdaufschüttungen auf der Tiefgarage viel zu massiv waren. Die Verantwortlichen hätten es unterlassen, die Tragsicherheit wieder herzustellen. Auch wurde bei einem späteren Verkauf unterlassen, den neuen Eigentümer über die Gefahr zu informieren.

Die Staatsanwaltschaft hatte das Verfahren im November 2005 wegen Verjährung eingestellt. Das Verfahren wurde neu aufgerollt, weil Angehörige der verschütteten Feuerwehrleute Beschwerde gegen die Einstellung des Verfahrens machten und diese Beschwerde gut geheissen wurde.

Bei dem Brand am 27. November 2004 wurden insgesamt neun Feuerwehrleute bei den Löscharbeiten durch die einstürzende Decke verschüttet. Für sieben von Ihnen kam jede Hilfe zu spät. Die Untersuchungen zeigten, dass die Feuerwehrleute keine Schuld trifft und Sie die baulichen Mängel nicht erkennen konnten.

Google Maps Tiefgarage Gretzenbach

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